Mittwoch, 25. Januar 2012

Wohnen am Suttnerpark. Eine Einladung zum Mitmachen.

Electrolux ade: Bis Mitte 2014  baut die Quantum AG hier 166 Mietwohnungen
Im März 2011, lange bevor meine Nachbarschaft und ich als Freundeskreis Suttnerpark begonnen hatten, das Geschick unseres Parks in die eigenen Hände zu nehmen, präsentierte das Bezirksamt Altona den Entwurf des Bauprojekts „Wohnen am Suttnerpark“.

Der Entscheidung war ein öffentlicher Termin vorausgegangen, dessen Betitelung als „Planungswerkstatt“ nach mehr Beteiligung klingt, als geboten wurde: Die Bebauung mit Wohnungen war bereits beschlossen. Danach wurde es ruhig um das Thema. Bis vor einer Woche.

Auf dem Stadtteilforum Altona-Nord erfuhr ich durch Zufall, dass Mitte 2012 die Bauarbeiten beginnen werden. 1.700 Quadratmeter des Erdgeschosses sind bereits vermietet: Der EDEKA an der 400 Meter entfernten S-Bahn Holstenstraße bekommt einen großen Bruder.

Die Pläne des Bezirks sind dieselben geblieben, der Suttnerpark ist ein anderer geworden. Feste, Urban Gardening, Kunst, Kultur und ein regelmäßiger Treff an der Feuertonne haben gezeigt, dass an der Gestaltung des Parks ein breites Interesse besteht. Er hat nun eine Lobby, die mitreden will.

Der Neubau wird den Park verändern. Der Freundeskreis Suttnerpark ebenfalls. Und zwar bevor die Bagger rollen, denn wir wohnen schon heute am Suttnerpark. Auch 2012 wollen wir hier schamlos gärtnern, feiern und planen. Am liebsten mit euch zusammen:

Kommt in den Freundeskreis Suttnerpark!
  • Dienstag, 07.02.2012
  • ab 20:00 Uhr
  • an der Feuertonne im Suttnerpark
  • Kühlmöglichkeit für Kaltgetränke
  • gemeinsam planen wir die Parksaison 2012

Freitag, 20. Januar 2012

Interview: Alexander wechselt zu Hamburg Energie.


Hamburg wird sauberer: Die Suttnerblog Ökostrom-Offensive 2012


Viele meiner Freunde haben sich bereits für Ökostrom entschieden, laufend werden es mehr. Was ihnen bei der Wahl des Anbieters wichtig war, welche Erfahrungen sie beim Wechsel gemacht haben und wie es sich mit Ökostrom lebt, erzählen sie hier auf dem Suttnerblog in kleinen Interviews.

Vorname: Alexander
Alter: 31
Beruf: Banker
Stromanbieter alt: Vattenfall
Stromanbieter neu: Hamburg Energie
Wechsel: Februar 2012

Hi Alexander. Ab dem ersten Februar beziehst du Ökostrom. Wie kommt es dazu und für welchen Anbieter hast du dich entschieden?

(Alexander:) Ich habe vor einiger Zeit die Ankündigung der Preiserhöhung von Vattenfall im Briefkasten gehabt. Das habe ich zum Anlass genommen, mich mal im Internet über die Tarife zu informieren. Entweder ich habe die falschen Vergleichsseiten aufgerufen oder die falsch bedient. Jedenfalls habe ich kein wirklich gutes Angebot gefunden. Durch einen Kollegen wurde ich dann auf Hamburg Energie aufmerksam gemacht, deren penetrante Werbeplakate ich bislang erfolgreich ignoriert hatte.

Vattenfall Hamburg hat die Preise zum Januar 2012 um sieben Prozent erhöht. Trotzdem scheuen viele Kunden den Wechsel. Erzähl uns von deiner Erfahrung. Ist der Aufwand wirklich so groß?

(Alexander:) Es war alles total einfach! Ich musste mich nur online bei Hamburg Energie anmelden. Der Rest – inklusive Kündigung bei Vattenfall – wurde durch Hamburg Energie dann übernommen. Lediglich den Zählerstand zum Wechseldatum musste ich noch einmal ablesen.

Die Insolvenz des Energieanbieters TelDaFax hat gezeigt, dass Billigstrom für die Kunden schnell teuer werden kann. Doch auch etablierte Stromkonzerne handeln oft zum Nachteil ihrer Kunden: Vattenfall steht massiv in der Kritik der Verbraucherzentrale Hamburg, was letztes Jahr in einer Anzeige beim Bundeskartellamt gipfelte. Welche Rolle spielt für dich Vertrauen bei der Wahl des Stromversorgers? Kannst du Hamburg Energie vertrauen?

(Alexander:) Ich lege schon Wert darauf, dass ich bei einem seriösen Anbieter meinen Strom beziehe – allein schon aus Eigennutz, weil ich dann davon ausgehen kann, dass der Service auch reibungslos klappt. Da es sich um einen kommunalen Anbieter handelt, vertraue ich hier Hamburg Energie. Wenn was nicht passt, kann ich ins Kundencenter gehen, das um die Ecke von meiner Arbeit ist. Außerdem muss ich nicht Vorkasse bezahlen ;-)

Scheinbar hast du einen Stromversorger gefunden, der deinen Ansprüchen an Preis und Seriosität gerecht wird. Das Thema Ökostrom spielte dabei eine untergeordnete Rolle. Hand aufs Herz: Wechselst du zurück zu Vattenfall, wenn der Preis stimmt?

(Alexander:) Ehrlicherweise bin ich kein reiner Überzeugungstäter. Klar bin ich bereit, für guten Service und Ökostrom einen kleinen Aufpreis zu zahlen. Ich denke, dass sich beim Ökostrom momentan eine Menge weiterentwickelt. Dies wird auf Dauer zu einer effizienteren Stromproduktion führen und aus meiner Sicht den Ökostrom langfristig konkurrenzfähig halten.

Du bist der erste Kunde von Hamburg Energie, der sich hier auf dem Suttnerblog zu Wort meldet. Aber ich vermute, du wirst nicht der Einzige bleiben. Vielen Dank für das Interview!

Mehr Stromwechsler auf dem Suttnerblog:
Wenn auch ihr euch für Ökostrom interessiert, findet ihr auf dem Suttnerblog einen Preisvergleich empfehlenswerter Ökostromanbieter.

Montag, 9. Januar 2012

Unterirdische Aktion der Hamburger Hochbahn.

Hamburgs Auftritt als „Umwelthauptstadt Europas 2011“ gerät immer mehr zur Farce: Um den Titel zu bekommen, wurde der Betrieb des stadteigenen U-Bahn-Netzes auf Ökostrom umgestellt. Den lieferte Deutschlands klimaschädlichster Stromversorger aus norwegischen Wasserkraftwerken, was 2011 ca. 80.000 Tonnen CO2* sparte. 2012 ist damit Schluss.

Der Verzicht auf Ökostrom entlastet die Hamburger Hochbahn angeblich um 300.000 Euro jährlich. Dieses Geld soll nun in Maßnahmen zur dauerhaften Verbrauchsreduzierung fließen. Zwar halte auch ich solche Investitionen für unabdingbar, wenn die Energiewende gelingen soll. Eine Begründung zum Verzicht auf Ökostrom sehe ich darin nicht.

Was können Einsparungen bei der Hochbahn leisten? Das Klimaschutz-Aushängeschild des Unternehmens, die Rückgewinnung von Bremsenergie, spart bis zu 472.000 kWh im Jahr und damit 265 Tonnen CO2*. Verglichen mit einem Jahresverbrauch von 150.000.000 kWh, also dem mehr als Dreihundertfachen, ist das Kosmetik.

Mir fällt nur ein Weg ein, wie die Hochbahn durch bloßes Stromsparen ihren Bezug von Kohlestrom ausgleichen kann. Und der kostet keine 300.000 Euro. Die U-Bahnen müssten im Stundentakt fahren statt alle fünf Minuten. Wäre da nicht Ökostrom, zum Beispiel vom städtischen Anbieter Hamburg Energie, praktikabler?

Auf der Website der Hochbahn heißt es: Die Weichen stehen auf Klimaschutz. Wer das jetzt noch behauptet, ist weich in der Birne.

*Laut Umweltbundesamt verursachte Strom aus dem deutschen Energiemix 2010 563 g CO2/kWh

Freitag, 6. Januar 2012

Ökostrom Preisübersicht 2012.

Die Gelegenheit zum Wechsel ist günstig: Vattenfall hat den Preis für die Grundversorgung dermaßen dreist erhöht, dass ihr mit empfehlenswertem Ökostrom sogar Geld sparen könnt! Was verstehe ich unter empfehlenswert?
  1. Unabhängigkeit von Atom- und Kohlestromkonzernen wie Vattenfall, RWE, E.ON und EnBW
  2. Strom aus mindestens 50 % erneuerbaren Quellen und maximal 50 % Kraftwärmekopplung
  3. Beitrag zum Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland
Im Folgenden findet ihr einen Preisvergleich zwischen Vattenfall Hamburg und empfehlenswerten Ökostromanbietern.


Grundgebühr/MonatCent/kWhPreisgarantie bis
Vattenfall (Basis)*6,10 €23,92---
EWS6,90 €23,9031.12.2012
Greenpeace Energy8,90 €24,80---
Hamburg Energie**6,19 € 23,50
31.12.2012
LichtBlick8,95 €23,64---
Naturstrom7,95 €23,4031.12.2012
NaturWatt*
8,25 €23,6031.12.2012

Wenn ihr euren Stromverbrauch nicht kennt, hier eine Orientierungshilfe:

2.000 kWh/Jahr
(1 Person***)
3.500 kWh/Jahr
(2 Personen***)
5.000 kWh/Jahr
(4 Personen***)
Vattenfall (Basis)*551,00 €910,00 €1.269,00 €
EWS560,80 €919,30 €1.277,80 €
Greenpeace Energy602,80 €974,80 €1.346,80 €
Hamburg Energie**544,28 €896,78 €1.249,28 €
LichtBlick580,20 €934,80 €1.289,40 €
Naturstrom563,40 €914,40 €1.265,40 €
NaturWatt*571,00 €925,00 €1.279,00 €
*Preisregion Hamburg ** Preisregion Hamburg, Tarif „Horizont“
***ungefähre Richtwerte laut de.wikipedia.org

Kurzportraits von EWS, Greenpeace Energy, LichtBlick und Naturstrom findet ihr hier. Mehr über NaturWatt erfahrt ihr in meinem Interview.

Alle Angaben sind ohne Gewähr. Stand der Preisübersicht: Januar 2012.

Donnerstag, 5. Januar 2012

Bis hierher und noch weiter: Jahresrückblick 2011.

Der Januar.
Eine Umwelthauptstadt raucht ab
Ab dem ersten Januar nennt sich Hamburg ein Jahr lang „Umwelthauptstadt Europas“, ich nenne einen mit 180 Löchern versehenen Tonquader auf meinem Balkon mein „Bienenhotel“. Beide Projekte scheitern. Im Gegensatz zum Hamburger Senat blamiere ich mich nur vor wählerischen Wildbienen – und kann mein Glück 2012 erneut versuchen.

Der Februar.
Krisensichere Kuhanlage
Im Februar streiche ich die erste Dividende meiner Kuhaktie ein: 10,22 Euro auf dem Papier, eine fette Käserendite im Kühlschrank. Während ich mich am Lab meiner Herde labe, droht vor der Haustür neues Ungemach: Genau ein Jahr, nachdem das Oberverwaltungsgericht die Genehmigung für die Moorburg-Trasse einkassiert hat, stellt Vattenfall einen neuen Antrag.

Der März.
Tag der geschlossenen Tür bei Vattenfall
Die Katastrophe in Japan macht sprachlos. Grund genug, laut zu werden. Bei der größten deutschen Anti-Atom-Demonstration gehen 250.000 Menschen auf die Straße, 50.000 davon in Hamburg, einer davon ich. Ein Polizeiaufgebot in Kampfmontur schützt derweil das Hamburger Kundenzentrum von Vattenfall. Bis heute frage ich mich, ob man mit Kundennummer hätte passieren können.

Der April.
Es geht auch ohne Kohle von Vattenfall
Engagierte Menschen entreißen Vattenfall die gesellschaftliche Legitimation als Mäzen der Vattenfall Lesetage: An 40 Orten in Hamburg heißt es erstmals „Lesetage selber machen – Vattenfall tschüss sagen!“. Das vattenfall-kritische Lesefestival ist ein voller Erfolg und geht vom 18. bis 27. April 2012 ins zweite Kapitel. Wer jetzt noch für Vattenfall liest, zeigt Leseschwäche!

Der Mai.
Der erste Nachbarschaftstreff im Suttnerpark
Auf meiner ersten 1. Mai Demonstration schließe ich mich Forderungen wie „Grrr!“ oder „Grundlos Geld“ gerne an. Vielleicht ist es der Euphorie dieses Tages geschuldet, dass ich den Suttnerblog kurz darauf bei Herrn Zuckerberg anmelde. Doch nicht nur meine digitale Sozialisation schreitet voran: Gemeinsam mit „Moorburgtrasse stoppen!“ veranstalte ich den ersten Nachbarschaftstreff im Suttnerpark.

Der Juni.
Park mit Potential: Der zweite Nachbarschaftstreff
Mit lauter Musik feiert die politische Parade „Vattenfall wegbassen“ durch den Suttnerpark. Meine akribisch einstudierte Rede bleibe ich Publikum und Nachwelt schuldig, an der Frischluft finde ich gefallen. Ein zweiter Nachbarschaftstreff im Park ist die Folge. Wenig später pflanzen sich dort private Pflanzen in öffentliche Erde. Dem Suttnerpark blüht Unterstützung!

Der Juli.
Blumen statt Baustelle: Wir pflanzen uns in den Park!
Jetzt gibt es kein Halten mehr. Unter dem Motto „Blumen statt Baustelle“ feiern meine erweiterte Nachbarschaft und ich ein großes Parkfest. Zahlreiche florale Mitbringsel werden von juvenilen Kleingärtnern in die Erde entlassen, neue Kontakte geknüpft. Dieses  Miteinander ist ansteckend: Ein altes Ölfass wird zur Feuertonne und wärmt ab Ende des Monats einen dienstäglichen Nachbarschaftstreff im Park.

Der August.
Es geht nichts über einen guten Tropfen an der Feuertonne
Aus der Anonymität des Internets zieht es mich vermehrt in die Realität. Und die ist gar nicht so übel, wie ich sie mir immer vorgestellt hatte. Im Zentrum meiner außerhäuslichen Aktivität steht die Feuertonne im Suttnerpark. Bei schönstem Sommerregen gedeihen hier neue Bekanntschaften, neue Sichtweisen und neue Ideen für gemeinsame Aktionen.

Der September.
Blumen statt Baustelle 2: Urbanes Gärtnern im Suttnerpark
Ein Urwald aus Unkraut verliert seinen Grund. Grund dafür ist die wachsende Freude der Nachbarschaft am Urban Gardening; ein Beet entsteht. Die Entdeckung des Suttnerparks gipfelt im großartigen Parkfest „Blumen statt Baustelle 2“. Was als Protest begonnen hatte, ist nun ein Prost. In der Holstenstraße sorgt unterdessen ein elf Meter langes Transparent dafür, dass die Verunglimpfung von Vattenfall nicht zu kurz kommt.

Der Oktober.
Widerstand to go: die mobile Sprühschablone
Eine mobile Sprühschablone für Banner macht es möglich: Entlang der geplanten Moorburg-Trasse sehen immer mehr Menschen rot und zeigen Flagge gegen Vattenfall. Im Suttnerpark ist aus dem Dagegen längst eine Dafür geworden, als Freundeskreis Suttnerpark bekommt das vielfältige Engagement für den Park endlich einen adäquaten Namen und ein schmuckes Logo.

Der November.
Kunst und Kultur rücken den Suttnerpark in ein neues Licht
Die Blätter fallen, der Suttnerpark blüht auf. Bei einer Kunstinstallation mit Leuchtobjekten werden Bäume zur Galerie. Beim Hamburger Lesemarathon werden Parkbänke zur Bühne. Der Vortrag „Urbane Permakultur“ gibt gärtnerische Impulse fürs Frühjahr. Der Monat endet mit einem Paukenschlag: Senat und Vattenfall tragen die Moorburg-Trasse zu Grabe – beantragt und genehmigt werden soll sie trotzdem.

Der Dezember.
Hier geht die Nachbarschaft ins Netz
Der Suttnerblog schlummert in friedlichem Winterschlaf, die Nachbarschaftsplattform niriu erwacht aus ihrer Betaphase. Mit neuen Funktionen wie zum Beispiel den Events ist niriu endlich auch für den Freundeskreis Suttnerpark interessant, was ich auf der Launchparty mit einigen Bieren begieße. Weihnachten kann niriu leider nicht verhindern.

Donnerstag, 8. Dezember 2011

Ab dem 11.12. sind wir alle Nachbarn.

Meine oberflächlichen Kenntnisse um das „Wasser des Lebens“ verdanke ich, neben meiner Schwester, der Nachbarschaftsplattform niriu.com. Dort verabredete ich mich mit vormals unbekannten Menschen, um unter professioneller Aufsicht einige Gläser Single Malt Whisky zu verköstigen.

Mittlerweile rolle ich, wie ein dionysischer Sisyphos, eine nie abnehmende Whisky-Sammlung meine eigene Kehle herab. Ein Laster, das nicht leichter wird: Nach einer Pilgerreise ins Trinkermekka Dublin stehen mittlerweile auch irische Whiskeys auf dem Wunschzettel. Aber zurück zu niriu.

Worauf ich hinaus will: niru.com ist endlich „live“. Das wird am Samstag mit einer großen „Launchparty“ gefeiert, und zwar nur wenige Fußsekunden vom Suttnerpark entfernt, im LOKAL Konsumkulturhaus. Konsumiert werden dort Kunst, Bier und Musik. Hier die harten Fakten:

Verpasst nicht die niriu Launchparty!
  • Samstag, 10.12.2011
  • im LOKAL e.V. Konsumkulturhaus, Max-Brauer Allee 207
  •  Eintritt frei
  • ab 17:30 Uhr Fotoausstellung „Proximity“
  • ab 21:00 Uhr Party
  • Felix Wineburrough (Allermöhe) – Funk, Nu-disco
  • Hellberg & Klose (Winterhude) – Tech house
  • Le Renard Rythmique | Nachtsport (St. Pauli) – Deep/Tech house
 > Auf Facebook erfahrt ihr, wer außer euch noch alles kommt.


Dienstag, 29. November 2011

Planfeststellung für Moorburgtrasse läuft weiter.

Hmpf. Soeben wurde die Einigung von Vattenfall und Senat öffentlich. Nach dem verführerischen Titel „Hamburg schafft die Energiewende“ beginnt das Pamphlet mit folgenden Kernpunkten:
  • Energieunternehmen Vattenfall, E.ON und Hamburger Senat vereinbaren zur Energiewende konkrete Vorhaben bis 2020
  • Unternehmen investieren rund 1,6 Milliarden Euro in moderne Energieerzeugung und -nutzung
  • Hamburg wird deutschlandweit die Stadt mit den größten Kapazitäten zur Energiespeicherung
  • Neues Gas- und Dampfkraftwerk ersetzt Moorburg-Trasse
  • Stadt erhält Anteil von 25,1 Prozent an Netzen für Strom, Gas und Fernwärme
Einen nicht komplett unwesentlichen Punkt haben die Verfasser leider vergessen:
  • Wenn Vattenfall durch den bevorstehenden Volksentscheid „Unser Hamburg – Unser Netz“ die Versorgungsnetze verliert, ist die schöne „Hamburger Energiewende“ obsolet und die Trasse wird gebaut.
Denn der Text endet mit Scholz’ deutlicher Drohung:
„Die Kooperationsvereinbarungen [...] stehen unter dem Vorbehalt, dass sich Hamburg über die HGV mit einem Anteil von 25,1 Prozent an den Netzgesellschaften Strom und Gas sowie der Hamburger Fernwärmegesellschaft beteiligt.“
> Hier findet ihr die Schrift gewordene Achterbahn der Gefühle

[update:] In einer eigenen Pressemitteilung kündigt Vattenfall an, sich den Bau der Moorburgtrasse in jedem Fall genehmigen zu lassen und diesen gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt auszuführen:
„Sollte das Innovationskraftwerk einer weiteren Wirtschaftlichkeitsüberprüfung Stand halten, wird Vattenfall zudem auf den Bau der Fernwärmeleitung vom Kraftwerk Moorburg verzichten. Damit greift Vattenfall eine zentrale Forderung der Umweltverbände auf. Um die Fernwärmeversorgung nach 2017 in jedem Fall sicherzustellen, wird Vattenfall das Planfeststellungsverfahren weiterführen.“
> Hier geht es zur Pressemitteilung von Vattenfall zur Einigung mit dem Senat

Freitag, 25. November 2011

Vattenfall tauscht Moorburgtrasse gegen Monopol.

Wie ich an diesem lieblichen Morgen dem Abendblatt entnehmen durfte, kamen die wochenlangen Geheimverhandlungen zwischen Vattenfall und Senat zu einem mitunter erfreulichen Ergebnis: Die Moorburgtrasse, gegen die ich hier seit August 2009 anschreibe, wird aller Wahrscheinlichkeit nach nicht gebaut.

Um die Abwärme des Kohlekraftwerks Moorburg durch diese 12 km lange Trasse zu leiten, hätte Vattenfall wegen der Transportverluste zusätzliche Kohle verbrannt. Stattdessen könnte die Fernwärme künftig in einem neuen Gas-und-Dampfturbinen-Kraftwerk nahe der Müllverbrennungsanlage in Stellingen erzeugt werden.

Dass der Wirkungsgrad des Kohlekraftwerks ohne Kraft-Wärme-Kopplung auf 45 % sänke, wäre nur ein weiteres Problem von vielen: Stopp des CCS-Gesetzes, höhere Preise für CO2-Verschmutzungsrechte ab 2013, dazu fortschreitende Bauverzögerung wegen fehlerhafter Schweißnähte. Das Projekt „Kohlekraft aus Moorburg“ ist nicht mehr sonderlich En Vogue.

Nach der Stilllegung zweier AKW blickt Vattenfall nun also auf die Baustelle eines zunehmend unwirtschaftlichen Kohlekraftwerks. Doch eine Gelddruckmaschine bleibt dem Konzern: die Hamburger Energienetze. Hier erzielt er enorme Gewinne, mit deren Verschleierung er die Stadt um einen zweistelligen Millionenbetrag betrogen hat. (Quelle: Verbraucherzentrale)

Trotzdem will Olaf Scholz laut Abendblatt auf einen Rückkauf der Netze verzichten, und sich mit einer Sperrminorität von 25,1 % begnügen. Das wäre eine grobe Missachtung des bevorstehenden Volksentscheides „Unser Hamburg – Unser Netz“ und überließe 180.000 angeschlossene Haushalte der Preispolitik eines betrügerischen Monopolisten.

Ich bin gespannt auf das offizielle Ergebnis der Vereinbarungen zwischen Vattenfall und Senat, welches Olaf Scholz laut Abendblatt am Dienstag im Rathaus bekanntgeben wird. Wie auch immer es ausfällt – auf dem Suttnerblog werde ich weiterhin alles tun, um Vattenfall in Diskredit zu bringen und seiner Kundschaft zu entledigen!

Hier findet ihr den ersten Pressespiegel:

> Hamburg schließt Frieden mit Vattenfall (Abendblatt, oberstes Suchergebnis)
> Strom, Fernwärme, Gas: Hamburg kauft Netz-Beteiligung (Abendblatt, oberstes Suchergebnis)

[update:] Da haben wir den Salat

Montag, 21. November 2011

Die Moorburgtrasse – Olaf Scholz’ politisches Mausoleum?


Hat Olaf Scholz das Zeug zum Mappus des Nordens? (Energisch Fossil @ YouTube)

Stefan Mappus steht für Stuttgart 21, Ole von Beust für die Elbphilharmonie. Olaf Scholz geht es bescheidener an. Sein politisches Mausoleum soll nach Errichtung unsichtbar sein: die „Olaf-Scholz-Trasse“, zur Zeit noch besser bekannt als „Moorburgtrasse“.

Obwohl diese Trasse unterirdisch verlaufen soll, würde ihr Bau das Stadtbild prägen, in Altona durch mehrjährigen Verkehrskollaps und hunderte gefällte Bäume, in St. Pauli schlimmstenfalls durch den Einsturz untertunnelter Gebäude wie der ENDO-Klinik.

Baumfällungen, Umleitungen, Staus und immense Lärmbelastung würden hunderttausende Menschen in Hamburg aus ihrem geistigen Winterschlaf holen. Und wer wäre Schuld am jahrelangen Chaos? Sein unglückseliger Namensgeber: Olaf Scholz.

Der Aufruf, unseren Ersten Bürgermeister mit der Taufe der „Olaf-Scholz-Trasse“ zu ehren, stammt von Energisch Fossil, der Hamburger Gesellschaft für Klimawandel. Wenn euch dieser Vorschlag ähnlich gut gefällt wir mir, unterstützt das Anliegen auf Facebook:

> zur Olaf-Scholz-Trasse auf Facebook

Sonntag, 20. November 2011

Filmreif: Tag 1 der Erörterung zur Moorburgtrasse.

Rund 4.600 Menschen hatten Einwendung gegen die Vattenfall-Trasse für das im Bau befindliche Kohlekraftwerk Moorburg erhoben. Als am Freitagmorgen damit begonnen wurde, ihre 4.600 Bedenken, Sorgen, Nöte und Argumente zu erörtern, konnte kaum einer von ihnen dabei sein.

Der folgende Film von UtopieTV zeigt spannende Bilder des ereignisreichen Tages, an dem neben dem ersten Erörterungstermin zur Moorburgtrasse, welch Zufall, auch die Anhörung des erfolgreichen Volksbegehrens „Unser Hamburg – Unser Netz“ vor dem Senat stattfand.

Unter anderem mit dabei: Volker Gajewski von Moorburgtrasse stoppen!, Manfred Braasch, Geschäftsführer des BUND Hamburg, Ute Bertrand, Pressesprecherin von Robin Wood, Frau Dr. Roda Verheyen, Anwältin der Initiative, Angela Banerjee von Moorburgtrasse stoppen!, Wiebke Hansen von Unser Hamburg – Unser Netz und ein anonymer Guy Fawkes von Occupy Hamburg.

Übrigens: Wenn ihr euren Strom noch bei Vattenfall bezieht, könnt ihr die Hamburger Energiewende sogar bequem vom Sofa aus forcieren. Zieht einfach dem Stromkonzern, der jetzt sogar von der Verbraucherzentrale Hamburg angezeigt wurde, den Stecker. Vattenfall ist kein Schiksal!

Schaltet ein, wenn sich Menschen einmischen: UtopieTV @ YouTube